Graphotherapie:
Charakterformung durch die Handschrift
Graphotherapie ist eine moderne
Form "reverser Psychologie". Sie nutzt
den Zusammenhang von Handschrift und Charakter,
um ganz gezielte Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen
zu erreichen.
Gedanken, Emotionen und Persönlichkeitsdimensionen
übertragen sich mittels feinmotorischer Reaktionsbildungen
in die Handschrift, so daß ein ganz typisches
und individuelles Schriftbild entsteht, welches
in seiner Einzigartigkeit die Singularität
des Schreibenden widerspiegelt.
Nicht ohne Grund bleibt die Signatur,
die Unterschrift der einmalige und nur schwer
verfälschbare Ausdruck des Individuellen.
Und doch bleibt die Handschrift nicht, wie sie
ist. Sie verändert sich mehr oder weniger
im Laufe des Lebens, ebenso wie sich die Persönlicheit
des Menschen wandelt, anpaßt und entwickelt.
Am Anfang erlernt jeder Schüler
das Schreiben nach der gleichen Vorlage. Über
Jahre hinweg erlernt er unter zum Teil großen
Mühen so zu schreiben, wie alle anderen und
sich möglichst genau der Schablone anzupassen.
Jedoch bleibt alles Bemühen
um Einheitlichkeit vergebens, denn letztlich bewegt
sich die Handschrift des Einzelnen immer weiter
von der Vorlage weg - hin zum individuellen Ausdruck.
Je automatischer, selbständiger und somit
auch leichter sich die Schreibbewegung auf dem
Blatt Papier entwerfen kann, desto stärker
kann der unbewußte Impuls sich niederschlagen
und der Handschrift seinen Stempel aufdrücken.
Die Handschrift wird mehr und mehr zur Hirnschrift.
In ihr tritt symbolisch über Analogismen
und Signaturen das Innerste nach außen.
Die Graphotheraphie macht sich nun
diesen unauflösbaren Nexus zunutze und kehrt
ihn gewissermaßen um. Es handelt sich um
eine Art reverser Graphologie, um eine Transformation
und Transkription der Persönlichkeit durch
das Mittel der Handschrift und über den Weg
des mit der Feinmotorik verknüpften Unbewußten. |